Viele Organisationen investieren viel Zeit und Energie in den Aufbau ihres ProjektportfoliosProjektportfoliosSynonym für → InvestitionsportfolioGesamtheit aller Projekte innerhalb eines Unternehmens.. Es wird priorisiert, bewertet, abgestimmt und entschieden. Doch sobald das Portfolio steht, beginnt die eigentliche Herausforderung: es konsequent zu steuern – und bei Bedarf ProjekteProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. auch wieder zu beenden. Genau hier trennt sich solides PortfoliomanagementPortfoliomanagementPortfoliomanagement ist die strategische Steuerung einer Gesamtheit von Projekten, Programmen oder Investitionen innerhalb eines Unternehmens. von strategischer Exzellenz.
Projekte zu stoppen ist unbequem. Es kostet Mut, Klarheit und oft auch Überwindung. Gleichzeitig ist es einer der wirksamsten Hebel, um Fokus, RessourcenRessourceEine Ressource ist ein materielles oder immaterielles Mittel, das zur Durchführung eines Projekts eingesetzt wird. und strategische Wirkung zurückzugewinnen. Nicht ohne Grund gilt das Beenden von Projekten als eine Königsdisziplin im strategischen Portfoliomanagement.
- Portfoliomanagement endet nicht bei der Priorisierung
- Warum Projekte selten gestoppt werden – selbst wenn sie schlecht laufen
- Die Dead‑Horse‑Theorie: ein unbequemes, aber ehrliches Bild
- Wie Tools helfen, bessere Entscheidungen zu treffen
- Fazit: Projektstopps sind ein Zeichen von Reife
- Die 5 wichtigsten Takeaways
Portfoliomanagement endet nicht bei der Priorisierung
In der Praxis beobachten wir immer wieder ein ähnliches, bewährtes Muster: Organisationen führen PortfoliomanagementPortfoliomanagementPortfoliomanagement ist die strategische Steuerung einer Gesamtheit von Projekten, Programmen oder Investitionen innerhalb eines Unternehmens. schrittweise ein – meist in drei Phasen.
- Zunächst geht es darum, Transparenz zu schaffen. Welche ProjekteProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. laufen eigentlich? In welchem Status befinden sie sich? Welche RessourcenRessourceEine Ressource ist ein materielles oder immaterielles Mittel, das zur Durchführung eines Projekts eingesetzt wird. sind gebunden? Allein dieser Überblick bringt oft schon erste Aha‑Momente.
- Darauf folgt der Aufbau von Governance: klare Rollen, Entscheidungsprozesse und gemeinsame Kriterien. Portfoliomanagement wird verbindlich, nicht mehr situativ.
- Die dritte Phase ist die datenbasierte Entscheidung. Projekte werden nicht mehr nur gestartet, sondern aktiv gesteuert, priorisiert, angepasst – oder eben beendet.
Spätestens in der letzten Phase wird deutlich: Ein Portfolio ist kein statisches Konstrukt. Es ist ein lebendes System, das regelmäßig überprüft und angepasst werden muss. Und genau an diesem Punkt wird es für viele Organisationen schwierig.
Warum Projekte selten gestoppt werden – selbst wenn sie schlecht laufen
Dass ProjekteProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. nicht wie geplant verlaufen, ist normal. Märkte verändern sich, strategische Ziele verschieben sich, Rahmenbedingungen brechen weg. Trotzdem laufen viele Projekte weiter – oft deutlich länger, als sie sollten. Die Gründe dafür sind selten fachlicher Natur. Viel häufiger spielen emotionale und organisatorische Faktoren eine Rolle:
- Teams haben über Monate viel Energie investiert.
- Verantwortliche möchten Entscheidungen aus der Vergangenheit rechtfertigen.
- Projektabbrüche werden als persönliches Scheitern empfunden.
- Es fehlt an klaren, objektiven Kriterien für einen Abbruch.
Die zentrale Frage lautet deshalb nicht nur: „Läuft dieses Projekt gut?“, sondern vor allem: „Woran erkennen wir gemeinsam, dass es nicht mehr sinnvoll ist, weiterzumachen?“
Die Dead‑Horse‑Theorie: ein unbequemes, aber ehrliches Bild
Ein bekanntes Denkmodell bringt dieses Dilemma treffend auf den Punkt: die Dead‑Horse‑Theorie. Sie besagt sinngemäß: Wenn man merkt, dass man ein totes Pferd reitet, sollte man absteigen.
Übertragen auf das ProjektportfolioProjektportfolioSynonym für → InvestitionsportfolioGesamtheit aller Projekte innerhalb eines Unternehmens. heißt das: RessourcenRessourceEine Ressource ist ein materielles oder immaterielles Mittel, das zur Durchführung eines Projekts eingesetzt wird. werden weiter gebunden, obwohl der Nutzen längst nicht mehr im Verhältnis zum Aufwand steht. Oft ist allen Beteiligten bewusst, dass das ProjektProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. sein Ziel nicht mehr erreichen wird – dennoch fällt es schwer, die Konsequenz zu ziehen.
Die Dead‑Horse‑Theorie ist deshalb weniger eine Management‑Methode als ein Spiegel. Sie zeigt, wie stark Gewohnheit, Hoffnung und emotionale Bindung Entscheidungen beeinflussen, und warum klare Regeln so wichtig sind.
Praxisansatz 1: Pausierte Projekte konsequent beenden
Ein wirksamer Ansatz aus der Praxis ist radikal. Und gerade deshalb erfolgreich. Ein Kunde hat entschieden, alle ProjekteProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. zu stoppen, die seit neun Monaten pausiert sind.
Die dahinterliegende Logik ist einfach: Wenn ein Projekt so lange nicht aktiv vorangetrieben wurde, gibt es dafür Gründe. Statt diese Projekte dauerhaft „mitzuschleppen“, werden sie konsequent beendet.
Ein Neustart ist weiterhin möglich – allerdings nur, wenn das Projekt den vollständigen Demand‑Prozess erneut durchläuft. So wird sichergestellt, dass es unter aktuellen strategischen Zielen und Bewertungskriterien neu eingeordnet wird.
Das Ergebnis: ein deutlich schlankeres Portfolio, mehr Fokus und weniger „Zombie‑Projekte“, die still RessourcenRessourceEine Ressource ist ein materielles oder immaterielles Mittel, das zur Durchführung eines Projekts eingesetzt wird. binden.
Praxisansatz 2: Klare Handlungsempfehlungen statt Bauchgefühl
Ein zweiter Ansatz setzt auf objektive Kriterien und transparente Handlungsempfehlungen. Grundlage sind zwei Dimensionen, die in vielen Organisationen ohnehin vorhanden sind:
- Business Value – also der Beitrag eines Projekts zur strategischen Zielerreichung
- Projektstatus – wie gut läuft das ProjektProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. aktuell?
Aus der Kombination dieser beiden Faktoren lassen sich klare Handlungsoptionen ableiten:
- Hoher Business Value und guter Projektstatus: Diese Projekte werden gezielt beschleunigt und im Portfolio gestärkt.
- Hoher Business Value, aber schlechter Projektstatus: Hier ist aktives Eingreifen gefragt: Was braucht das Projekt, um wieder auf Kurs zu kommen?
- Niedriger Business Value, aber guter Projektstatus: Diese Projekte sollten regelmäßig hinterfragt werden. Strategische Ziele ändern sich – und damit auch die Relevanz laufender Vorhaben.
- Niedriger Business Value und schlechter Projektstatus: In diesem Fall ist die Entscheidung klar: Das Projekt wird gestoppt.
Der entscheidende Vorteil dieses Vorgehens liegt in der Objektivität. Entscheidungen werden nachvollziehbar, vergleichbar und weniger persönlich. Das erhöht auch die Akzeptanz aller Beteiligten.

Wie Tools helfen, bessere Entscheidungen zu treffen
Gerade beim Projektabbruch ist Transparenz entscheidend. Vollumfängliche PortfoliomanagementPortfoliomanagementPortfoliomanagement ist die strategische Steuerung einer Gesamtheit von Projekten, Programmen oder Investitionen innerhalb eines Unternehmens.‑Tools wie Clarity unterstützen dabei, relevante Informationen strukturiert zusammenzuführen.
Typische Elemente sind zum Beispiel:
- Statusindikatoren aus regelmäßigen Statusreports
- Kennzahlen zum strategischen Fit eines Projekts
- Einheitliche Bewertungslogiken über das gesamte Portfolio hinweg
Aus diesen Informationen lassen sich konkrete Handlungsempfehlungen ableiten – etwa Hinweise darauf, welche ProjekteProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. kritisch überprüft oder gestoppt werden sollten.
Wichtig ist dabei: Tools treffen keine Entscheidungen. Aber sie schaffen die Grundlage dafür, sachlich, datenbasiert und fair zu entscheiden, und entlasten damit alle Beteiligten.
Fazit: Projektstopps sind ein Zeichen von Reife
Ein erfolgreiches ProjektportfolioProjektportfolioSynonym für → InvestitionsportfolioGesamtheit aller Projekte innerhalb eines Unternehmens. zeichnet sich nicht dadurch aus, dass möglichst viele ProjekteProjektEin Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit klar definierten Zielen, Ressourcen und einem konkreten Ergebnis. gestartet werden. Sondern dadurch, dass konsequent in die richtigen Vorhaben investiert und Überholtes beendet wird.
Projekte zu stoppen, bedeutet nicht, Fehler zuzugeben. Es bedeutet, Verantwortung für RessourcenRessourceEine Ressource ist ein materielles oder immaterielles Mittel, das zur Durchführung eines Projekts eingesetzt wird., Ziele und Wirkung zu übernehmen. Genau darin liegt die Königsdisziplin des strategischen Portfoliomanagements.
Wer bereit ist, regelmäßig abzusteigen, wenn das Pferd nicht mehr trägt, schafft Raum für das, was wirklich zählt.
Die 5 wichtigsten Takeaways
Projekte zu stoppen ist kein Scheitern, sondern strategische Reife
Ein gut gesteuertes Portfolio zeichnet sich nicht durch viele gestartete Projekte aus, sondern durch den Mut, Überholtes konsequent zu beenden.
Portfoliomanagement ist ein kontinuierlicher Entscheidungsprozess
Transparenz und Priorisierung sind wichtig. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch durch regelmäßige Neubewertung und aktive Steuerung des Portfolios.
Emotionen erschweren rationale Projektentscheidungen
Zeit, Engagement und persönliche Verantwortung machen Projektabbrüche oft schwer. Objektive Kriterien helfen, Entscheidungen zu versachlichen.
Klare Regeln und Handlungsempfehlungen schaffen Akzeptanz
Die Kombination aus Business Value und Projektstatus ermöglicht nachvollziehbare, faire Entscheidungen – auch dann, wenn ein Projekt gestoppt wird.
Tools ersetzen Entscheidungen nicht, aber sie unterstützen sie wirkungsvoll
Lösungen wie Clarity schaffen Transparenz und Vergleichbarkeit bieten damit eine belastbare Basis für die Entscheidungsträger*innen.
Möchten Sie Ihr Projektportfolio konsequent steuern?
Mit Clarity und der methodischen Begleitung von itdesign schaffen Sie Transparenz, objektive Entscheidungsgrundlagen und klare Governance‑Strukturen für Ihr Portfoliomanagement.
Sprechen Sie mit uns darüber, wie Sie Projekte nicht nur priorisieren, sondern auch souverän beenden.





